Siegel Medikamentensicherheit

Der Umgang mit Medikamenten ist Teil des ärztlichen und pflegerischen Handelns im Rahmen von Diagnostik und Therapie. Zur Unterstützung der ärztlichen Therapie ist die korrekte Medikamentengabe unabdingbar und stellt hohe fachliche Ansprüche an die Pflegefachkräfte (Gabe, Bewertung der Wirksamkeit, Risikomanagement, PDCA-Zyklus, etc.).

Das Stellen und die Gabe von Medikamenten sind eine der Hauptaufgaben von Pflegefachkräften unabhängig ob im Krankenhaus, in Einrichtungen der Behindertenhilfe, Reha-Einrichtungen oder ambulanten und teil- sowie vollstationären Pflegeinrichtungen. In der Vergangenheit empfahlen Fachpresse und Lehrbücher ohne definitive Quellenangabe die sogenannte 5-R-Regel bei der Medikamentengabe bestehend aus:

  1. Richtige Person
  2. Richtiges Medikament
  3. Richtige Dosis
  4. Richtige Applikationsart/-stelle
  5. Richtiger Zeitpunkt

Mit der Weiterentwicklung von medizinisch-pflegerischem Fachwissen auch im Bereich des Qualitätsmanagements, vor allem aber der Qualitätssicherung, musste sich diese Übersicht auf die 8-R-Regel erweitern lassen, hinzukamen nunmehr:

  1. Richtige Anwendungsdauer
  2. Richtige Aufbewahrung
  3. Richtige Entsorgung

Im Rahmen einer Vielzahl von Auditierungen in verschiedenen Einrichtungen und Diensten bei verschiedenen Trägern durch das Institut für Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung "Averosa" fiel der teilweise ungeordnete Umgang bei der Medikamentengabe im Rahmen von Pflegeassessments auf. Ein besonderer eigenständiger Schwerpunkt, nicht nur bei Prüfungen der MDK/PKV und Heimaufsichten, zeigt sich in der Bewertung von Nachweisen in der Dokumentation. Hierbei ist nicht nur die genaue Zuordnung des verschriebenen Medikamentes mit möglichen Generika`s, sondern auch bspw. die deutliche Hervorhebung von Allergien, Nebenwirkungen, der Umgang mit Über- und Unterdosierungen zu vermerken. Wichtige Hinweise hierzu enthalten bspw. der Nationale Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen“ (2011) und „Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen“ (2014). Einen neuen Stellenwert erhält das „Siegel Medikamentensicherheit“ auch durch den bundeseinheitlichen Medikationsplan (§ 31 SGB V) und  das Projekt „ARMIN“.

Aus diesen Gründen wurde die nunmehr gültige 10-R-Regel zur qualitätsgesicherten Medikamentengabe mit den weiteren Punkten entwickelt, die im Sinne des PDCA-Zyklus den Qualitätskreis abschließt.

Richtige Dokumentation mit der Dokumentation jeder Verabreichung von Medikamenten, Belegung der Anordnung, bei ärztlicher Anordnung per Telefon nachträgliche Bestätigung durch den Arzt, Dokumentation auch einer Verweigerung der Einnahme eines Medikamentes, Herstellen der Eineindeutigkeit von Eintragungen wie Name des Medikamentes bzw. Generika, Dosierung, Häufigkeit, tageszeitliche Zuordnung, Applikationsort, Handzeichen der Pflegekraft zur Sicherung der Rückverfolgbarkeit

Richtiges Risikomanagement mit der Beachtung von Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Allergien, Wirkungen von Polypharmazie, Pharma-kokinetik auch Salben, Tropfen etc., vollständige Medikamentenanamnese unter Einbeziehung auch der Selbstmedikation (soweit möglich), Unbeabsichtigte Gabe/Einnahme eines falschen Medikamentes, Überdosierung/Unterdosierungen auch bei Selbstmedikation

  1. Richtige Person
  2. Richtiges Medikament
  3. Richtige Dosis
  4. Richtige Applikationsart/-stelle
  5. Richtiger Zeitpunkt
  6. Richtige Anwendungsdauer
  7. Richtige Aufbewahrung
  8. Richtiges Risikomanagement
  9. Richtige Dokumentation
  10. Richtige Entsorgung

Wir, die Volkssolidarität habilis gGmbH, sowie ihre Tochtergesellschaften habilis-gGmbH, Volkssolidarität Spätsommer-gGmbH und Wohnpark gemeinnützige GmbH, sind mit dem „Siegel Medikamentensicherheit“ zertifiziert und wenden die „10-R-Regel zur qualitätsgesicherten Medikamentengabe“ bewusst an.

Die Urkunde zeigt, Bewohnern und Angehörigen, Prüforganisationen, aber auch der Öffentlichkeit, dass wir ordnungsgemäß mit Medikamenten, der Erfüllung von fachlich-rechtlichen Vorgaben des Gesetzgebers und des medizinisch-pflegerischen Bereichs umgehen.

Das „Siegel Medikamentensicherheit“ ist ein Zeichen unserer gleichbleibend hohen Qualitätsanforderungen, denen wir uns stellen.

 

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